Selbstverteidigung mit einem Pfefferspray
Als "Pfefferspray" wird das Gerät, sowie der darin enthaltene Wirkstoff bezeichnet. Der Wirkstoff "Oleoresin capsicum" wird aus tropischen, sowie subtropischen Chili-Pflanzen gewonnen.
Funktionsweise
Die Funktionsweise ähnelt sehr stark dem Aufbau, der Haarspraydose, da auch beim Pfefferspray der Wirkstoff mithilfe eines Trägerstoffes aus dem Behälter transportiert wird. So kann der Wirkstoff flüssig, als Gel oder als Schaum freigesetzt werden.
Die Reichweite der handelsüblichen Ausführungen, für den zivilen Bereich, beträgt 1,5 bis 5m.
Nebel
Der Nebel hat eine große Wirkfläche, ist jedoch leichter als der Strahl und wird somit stärker vom Wind beeinflusst, wodurch es möglich sein kann, dass sich der Wirkstoff auf Unbeteiligte oder den Anwender verteilt. Mit dem Nebel ist es wesentlich einfacher, als mit dem Strahl, in hektischen und unübersichtlichen Situationen zu treffen. In Nebel-Form, ist das Pfefferspray schneller einsatzbereit, da ein genaues Zielen entfällt.
Strahl
Der Strahl ist windstabiler als das Gas, womit eine höhere Reichweite erzielt wird wodurch ein Angreifer leichter auf Distanz gehalten werden kann.
Des Weiteren ist es mit dem Strahl möglich, präziser zu treffen, ohne Unbeteiligte in Mitleidenschaft zu ziehen oder den Anwender zu verletzen. Wird Pfefferspray in Strahl-Form verwendet, so sollte der Anwender in der Lage sein, selbst in einer Notsituation, noch zielen zu können.
Die Wirkung tritt sofort, oder nach wenigen Sekunden auf und hält bis zu 45 Minuten an, wobei eine erste Linderung, der Symptome, nach 10-15 Minuten zu beobachten ist.
Gelangt der Wirkstoff in die Augen, so kommt es zu sofortigem Tränenfluss, sowie Schmerzen, wodurch der Angreifer, innerhalb der Wirkzeit, nahezu blind wird.
Wird der Wirkstoff eingeatmet, werden die oberen Atemwege gereizt und die Geschädigte Person bekommt einen starken Hustreiz.
Haut, die mit dem Wirkstoff in Berührung gekommen ist, "brennt" für etwa 15-30 Minuten und es entsteht ein starker Juckreiz in Verbindung mit Hautrötung.
Die Geschädigte Person kann in einigen Situation Angst- und Beklemmungsgefühle zeigen, da sie unter Atemnot, Schmerzen und Tränenbildung leidet.
Anwendungsbereiche
Privat
Pfefferspray wird in Deutschland als Tierabwehrspray deklariert und unterliegt nicht dem Waffengesetz. Es darf von jedem (ab 14 Jahren) erworben und geführt (außer auf Versammlungen) werden. Grundsätzlich ist nur der Einsatz gegen Tiere erlaubt. Im Falle einer Strafttat bzw. in Notwehr (Überfall, Angriff etc.) ist die Anwendung gegen menschliche Angreifer denkbar.
Dadurch, dass Pfefferspray ab 14 Jahren erworben werden darf, gibt es, gerade in der heutigen Zeit, jungen Frauen und Männern eine gewisse Sicherheit zu späterer Uhrzeit. Jedoch kann es sein, dass beispielsweise der Zutritt zu einer Discothek oder ähnlichen Lokalität verweigert werden kann, da das Recht beim Inhaber liegt und somit die Möglichkeit besteht, das Führen von Pfefferspray, zu untersagen.
Securitybereich (Türsteher)
Im Securitybereich wird Pfefferspray oftmals eingesetzt, um gewaltbereite, unerwünschte Gäste zu entfernen, ohne das Risiko einer Verletzung, durch beispielsweise, einen Faustschlag einzugehen. Des Weiteren kann es dazu genutzt werden, in einer Unterzahl-Situation die Oberhand zu gewinnen, währenddessen das Wohl der übrigen Gäste gesichert ist.
Polizei
Pfefferspray wurde Anfang der 2000er Jahre als weiteres Einsatzmittel für Streifenpolizisten eingeführt und wird bei vielen Polizeitbehörden weltweit gegen gewaltbereite Menschen eingesetzt. Die Polizeit arbeitet mit einer anderen Ausführung, die als "Reizstoffsprühgerät", kurz "RSG", bezeichnet wird und nicht für den zivilen Handel bestimmt ist. Es gibt verschiedene Ausführungen, die sich durch Inhaltsmenge, Form und Stärke des Wirkstoffes unterscheiden. Mithilfe von Pfefferspray lassen sich beispielsweise eskalierende Demonstrationen unter Kontrolle bringen und ggf. auflösen. Das Pfefferspray bietet eine milde Alternative zur Schusswaffe und hilft dabei, dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit besser Rechnung trage zu können.